Buch-Review: “Das Lied von Eis und Feuer – Die Herren von Winterfell” von George R.R. Martin (Game of Thrones)

Ich schätze die meisten von euch haben zwischenzeitlich schon einmal von “Game of Thrones” – der Serienadaption der Bücher – gehört. 
Vorab muss ich sagen: Ich habe bei Erscheinen der ersten Folgen in Deutschland zwei davon gesehen – und war: nicht begeistert! Nachdem der Hype aber immer weiter anhielt und ich ja oft von Büchern begeistert bin und mit der filmischen Umsetzung nicht mehr so viel anfangen kann, wollte ich den Büchern dann wenigstens eine Chance geben. 😉 
Daher hier mein Review zum ersten Band (der im Original übrigens schon 1996 erschien!), von bisher insg. 10 Bänden (eigentlich 5 Bände, in Deutschland wurde jeder Band zweigeteilt ;)) – und es ist immer noch ein Brocken!).
© Blanvalet

Zur Story (Kurzzusammenfassung vom Verlag Blanvalet):
Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!


Meine Meinung:
Mit 576 Seiten und für 15€ ein richtiger Brocken zu lesen – und das ist ja vor allem auch erst der Anfang. Für echte Leseratten aber natürlich kein Problem, ich hatte den Band auch in wenigen Tagen durch, nachdem ich jeden Abend im Bett noch einige Seiten gelesen habe 😉

George R.R.’s Schreibstil besticht – zumindest mich – von der ersten Seite an: Sehr detailiert geschrieben – aber doch niemals langweilig – nimmt er uns im ersten Band vorwiegend mit auf die Reise nach Winterfell und dessen Herrscher und Familie. Alle paar Seiten wird die Geschichte jeweils aus der Sicht eines anderen Charakteres weiter erzählt – so dass auch dort niemals langeweile aufkommt und einem die Charaktere jeweils noch mehr ans Herz wachsen – oder eben auch nicht. Denn: Jeder Charakter hat wirklich Charakter! Die Figuren sind so genau ausgearbeitet, dass man tatsächlich richtig mitfiebert und sich gut hinein versetzen kann. Einzig die “Eindeutschungen” finde ich etwas unnötig – aus dem Namen “Jon Snow” einfach “Jon Schnee” zu machen, finde ich heutzutage nicht mehr unbedingt nötig wenn es um Namen (oder eben auch Orte o.ä.) geht.

Auf Grund der detailreichen Beschreibungen, der Perspektivwechseln und vor allem auch der enorm vielen Charakteren, die in den Büchern vorkommen (und deren Stand zueinander, sowie allerlei politischer Verflechtungen), ist das Buch auf gar keinen Fall einfach “mal so” nebenher zu lesen und erfordert definitiv Konzentration. 
Vor allem ist das Buch auch sehr ‘erwachsen’ geschrieben – so geht es auch mal gewalttätiger zu, man durchlebt Trauer und Leid, aber auch Freude mit den jeweiligen Charakteren und so manchem möchte man dann auch selbst gerne mal einfach eine Ohrfeige geben! 😉 
Denn das Buch ist definitiv nicht vorausschaubar geschrieben und bezieht niemals “Stellung” zu einem Charakter, sondern der Schreibstil ist diesbezüglich sehr neutral gehalten, so dass man tatsächlich nur seine ganz eigene Meinung zur jeweiligen Partei und zum jeweiligen Charakter bilden kann und muss. 

Fazit
Eine Buchreihe, die ich auf jeden Fall jedem ans Herz legen mag, der es gerne detailverliebt mag und auch vor vielen Charakteren und Verzweigungen nicht zurückschreckt. Vor allem kann es auch gut mal passieren, das der ein oder andere Charakter umkommt, verschwindet, etc. pp. – damit sollte man leben können, ohne das Buch erbost zuzuklappen und nie wieder weiterzulesen 😉
Von mir gibt es auf jeden Fall beide Däumchen hoch! (…und viiiielleicht schaue ich mir irgendwann auch nochmal die Serie an. Vielleicht.)

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