[Rezensionen] Randomhouse-Goodreads im August ♥

Die letzten Wochen waren für mich – auch Dank einer Woche Urlaub zwischendrin – endlich wieder gute Lesewochen! So hat sich mein “noch zu lesen”-Regal von ca. 25 Büchern auf ungefähr 20 herunter gearbeitet 😀

Nun aber direkt zu meinen Rezensionen der letzten drei Bücher:

1. “Sprechen wir über Eulen und Diabetes” von David Sedaris (9,99€ als Taschenbuch)




EULEN! Das Buch musste ich also unbedingt haben! 😀 Auch wenn ich Sedaris als Autoren bisher nicht kannte, so hat mich auch die Buchbeschreibung auf Randomhouse neugierig gemacht:

“Sein Stil wird mit dem Mark Twains verglichen. Sein Humor brachte ihm zahlreiche Preise, Grammy-Nominierungen und Nr.-1- Bestseller ein. Ob er seine Kindheit aufarbeitet – die Hölle eines amerikanischen Vorortes –, seiner Jugend nachspürt – der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen – oder sich über sein Leben im englischen Wahlexil wundert: Sedaris’ Beobachtungen und Erinnerungen sind immer präzise, ernstlich überraschend und wahrhaft komisch.”

Meine Meinung: Der Schreibstil ist definitiv nicht jedermanns Sache! Und einen Sinn für den Humor des Autors sollte man auf jeden Fall haben – er erzählt sehr schnoddrig, aber mit sehr offenen Augen (und einem Augenzwinkern) und teilweise auch mit ziemlich schwarzem Humor (oder war es doch ernst? ;)) aus seinem Alltag, von seinem Partner Hugh und allen möglichen kuriosen Erlebnissen. Für jemanden der den Humor nicht versteht, wirkt das Buch vermutlich ziemlich fremdenfeindlich und auch politisch nicht ganz korrekt, aber für alle, die die Texte und Erlebnisse mit einem Augenzwinkern betrachten können, ist das Buch sicherlich sehr lustig! Auch wenn ich nie lauthals lachen musste, so musste ich doch das ein oder andere Mal unwillkürlich dick grinsen beim Lesen 😉

2. “Todschick – Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert” von Gisela Burckhardt (12,99€)


“Es ist ein verhängnisvoller Irrtum: Wenn wir Markenmode kaufen, glauben wir, der höhere Preis sei durch eine bessere Qualität gerechtfertigt – auch bei den Produktionsbedingungen. Für die Edelmarken sterben doch bestimmt keine Textilarbeiterinnen in Bangladesch … Falsch! Auch teure Modelabels lassen ihre Ware unter erbärmlichsten Bedingungen fertigen. Hauptsache billig, selbst wenn es Menschenleben kostet. Ein Buch über das dunkle Geheimnis edler Modemarken – Anklage und Hoffnung zugleich, denn wir können die Textilfirmen zu verantwortlichem Handeln zwingen!”
Das Buch ging nach Erscheinen im November 2014 erstmal auf und ab durch die Medien, vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere von euch noch?!
Die Autorin berichtet darin vorwiegend von den Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesh. Als Vorsitzende der Organisation Femnet kennt sie sich nicht nur in dem Bereich aus, sondern war selbst viele Male live vor Ort in Bangladesh und hat mit Näherinnen gesprochen. Ich muss wohl keinem was Neues erzählen, wenn ich schreibe, dass alles, was man so hört in vielen Fabriken “Alltag” ist: 100-Stunden-Wochen, Beleidigungen oder gar auch schlimmeres der Frauen in den Fabriken, eine schlechte Bezahlung, keine Pausen, kein Zugang zu Wasser (alleine schon, weil die Frauen ja dann auf Toilette müssen – und dort zählt jede Minute!), und so weiter… 
Zwar gab es nach den letzten Unglücken (ihr erinnert euch sicher noch an die Einstürze, die immer wieder in den Nachrichten kamen mit mehreren tausend Toten…) ein paar “Verbesserungen” – so gibt es vor Ort Gewerkschaften, welche aber leider oft doch noch im Sinne der Regierung handeln und nicht im Sinne der Frauen, so das diese gar nicht erst von den Näherinnen genutzt werden (können). Ebenfalls wurden die Mindestlöhne um gut 70% – d.h. die Näherinnen bekommen nun im Schnitt ca. 50-60€ pro Monat (wie wenig das erst vorher war, muss ich keinem sagen). Die Mieten der billigsten Wohnungen dort (für unsere Verhältnisse eher ein Zimmerchen) liegen bei um die 25-30€ im Monat. Und das sind dann wirklich keine schönen Wohnungen und das Essen für sich und ihre Familie ist davon auch noch lange nicht bezahlt. Leider ist Bangladesh auf Platz 1 der billigsten Produktionsländer, was Kleidung angeht – kein Wunder das so viele dort produzieren lassen. Hugo Boss genauso wie H&M – oft sogar in der gleichen Fabrik. Von wegen teuer = bessere/fairere Herstellung! Es dürfte also ziemlich egal sein, ob man billig oder teuer Kleidung einkauft – was wichtig wäre, ist umzudenken und auch die Politik und die Firmen direkt mehr in die Pflicht zu nehmen, damit sich vor Ort endlich etwas ändert! 
Die Autorin hat leider auch keinen “Geheimtipp” zur Änderung der Bedingungen, zeigt aber immerhin erste Lösungansätze und rät den Lesern, bewusster mit Kleidung umzugehen: So sollte man öfter einfach gebraucht kaufen oder Kleidung tauschen – im Internet gibt es ja inzwischen auch einige Plattformen dafür. 
Auf jeden Fall ein Buch, das man gelesen haben sollte – sehr detailliert und auch mit einigen Daten und Zahlen versehen, die sehr spannend sind! 
3. “Königsschwur” von Joe Abercrombie (14,99€)


Was schon direkt auf dem Cover von Herrn George R. R. Martin (“Game of Thrones”) empfohlen wird, muss ja gut sein! Und ja, das Buch habe ich dann tatsächlich auch verschlungen 😀
“Prinz Yarvi von Gettland ist ein Krüppel, ein Schwächling, ein Niemand. Mit nur einer funktionstüchtigen Hand geboren und von seinem Vater verachtet, muss er sich mit einem bedeutungslosen Diplomatenposten zufriedengeben. Als sein Vater und sein Bruder eines Tages brutal ermordet werden, überwindet Yarvi seine Schwäche und besteigt den Schwarzen Thron von Gettland. Und er legt einen Eid ab: denjenigen, der seine Familie getötet hat, zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen! Doch dann wird Yarvi von seinen engsten Vertrauten verraten …”
Im ersten Kapitel schleppt sich die Geschichte noch etwas, das ändert sich aber zunehmend, sodass ich das Buch dann sehr schnell durchgelesen habe, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht! Die Charaktere sind alle sehr liebevoll gestaltet und leider lässt auf der Reise auch der ein oder andere sein Leben (kein Wunder, dass es Herrn Martin gefällt! ;-)) und am Ende des Buches hätte ich mir auch gewünscht, noch etwas mehr über die Zukunft der Charaktere zu erfahren. Ein wenig unrealistisch fand ich auch die doch sehr schnell (Weiter)Entwicklung des Hauptcharakaters Yarvi, ansonsten ist das Buch aber auf jeden Fall sehr zu empfehlen und spannend bis zum Schluss 🙂


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