[Stereotype-Vorurteile] oder “Vorurteile über Frauen mit zwei Gesichtern.”

Okay, ein besserer Titel ist mir jetzt leider nicht eingefallen (Vorschläge gerne gesehen! ;-)) – dieses Thema liegt mir auf jeden Fall schon seit Jahren auf der Zunge und vielleicht kennt das ja der ein oder andere tatsächlich auch so in der Art. Den Beitrags-Entwurf dazu habe ich schon Anfang des Jahres erstellt – nachdem ich mich mal wieder tierisch über eine bestimmte Aussage geärgert hatte… aber erstmal von Anfang an. Um was geht’s eigentlich?

Grob zusammengefasst geht es um die beiden gesellschaftlichen “Vorurteile”:
– Frau Nr. 1, liebt Kosmetik, styled sich gerne und tanzt daheim zu Popmusik
– Frau Nr. 2, liebt ihre Playstation, trägt gerne einen Casual-Look ohne Schnickschnack und liebt Rockmusik
Typenmäßig würde man Frau Nr. 1 jetzt vermutlich in die Schublade “weiblich-tussig-einfach gestrickt” stecken, oder?
Frau Nr. 2 hingegen bekäme das Prädikat “etwas burschikos-nicht kommerziell orientiert” – um beide Typen mal sehr vereinfach darzustellen.Dabei muss ich wohl keinem sagen, dass das nur die erste Einschätzung zu einer Person ist – “der erste Blick”. Ärgerlich genug, dass viele Menschen generell keinen zweiten Blick wagen – noch ärgerlicher, wenn Leute die man schon länger kennt, einfach nicht von ihren Vorurteilen loskommen möchten. Was manchmal sowohl ganz schön verägernd als auch verletztend sein kann – zumindest wenn man ein etwas empfindsames Wesen hat, so wie ich. Was wohl erklärt, warum ich diesen Artikel unbedingt schreiben möchte – und auf der Suche nach Gleichgesinnten bin 😉

Ich liebe Mode, Kosmetik und eigentlich alles was glitzert! Man weiß, dass ich darüber blogge, gerne Fotoshootings mache und nebenher auch noch mit MakeUp Geld verdiene. Zuhause höre ich die meiste Zeit gerne Popmusik. Meine Kleidung ist meist ziemlich bunt, auf jeden Fall muss immer ein Farbtupfer her. Erfüllt ziemlich Typ Nr. 1 oder? Und erfüllt wohl auch den allererster Eindruck, den viele wohl haben müssen – was nichts schlechtes ist, denn ich liebe diese Dinge wirklich!
Kritisch wird es, wenn die Leute – Leute die man schon länger kennt – einem alles tiefergehende oder “ins Gegenteil” gehende nicht zutrauen. Und ich mich frage: Warum? Darf man denn nicht im pinken Glitzer-Kleid vor der Playstation sitzen, nebenher Popmusik laufen lassen, während man sich abends zu einer Partie Schach verabredet hat?
Klingt ziemlich widersprüchlich? Ist es – oder eben einfach mehr als eine Facette. Mehr als eine Vorliebe und mehr als nur der erste Eindruck, bei dem man niemals bleiben sollte!
Denn manchmal würde ich das “süßes, oberflächliche Mädel” Image einfach ablegen. Aber dann müsste ich mich verstellen, meinen “ersten Eindruck” ändern – und dass das nicht in Frage kommt ist ohnehin klar, oder? 😉

Dabei philosophiere ich so gerne über alle möglichen Dinge (okay, meist mit mir alleine – ansonsten braucht es 1-2 Gläschen Wein), lese gerne Bücher (und ja keine Liebesschnulzen!), spiele gerne Schach, sofern ich jemanden finde, der ebenfalls noch Schach spielen kann (gar nicht so einfach in meiner Altersklasse!), zocke für mein Leben gerne Playstation (nur mehr Zeit hätte ich dafür bitte gerne… ;-), bin ziemlich nerdig und liebe Science Fiction (aktuell im Dr. Who-Fieber!), liebe die Natur und Tiere, gehe eigentlich nicht besonders oft in Clubs (wenn ich die Wahl habe, dann gehe ich lieber einen Nachtspaziergang machen!), höre durchaus neben Klassik und Pop auch gerne mal Metal und Alternatives und träume davon, irgendwann endlich mein eigenes Buch zu schreiben. Und meine eigene Kosmetiklinie zu entwerfen.
Und wer jetzt immernoch denkt, das passt alles nicht zusammen – der sollte definitiv nach dem zweiten Blick auch noch einen dritten wagen!

Neben mir habe ich aber auch Leute kennen gelernt, die das komplette Gegenteil sind – auf den ersten Blick “Typ Nr. 2” – aber auch auf gar keinen Fall zu viel “Weiblichkeit” zulassen möchten, eben um nicht in ein “Tussi-Schema” zu verfallen – gerade wenn man beruflich vielleicht etwas maskuliner auftreten muss, auch um ernst genommen zu werden oder einfach, weil einem das ganze Glitzer-TamTam nicht liegt – vollkommen okay. Da kennt man die schiefen Blicke dann vermutlich, wenn man sich irgendwann mal für einen Lippenstift interessiert – also das Ganze genau in die andere Richtung.

Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass sich manche Denkweisen je ändern werden – aber wenigstens kann ich für heute sagen: Ja, ich habs mir von der Seele geschrieben! Und vielleicht sogar Leute mit ähnlichen Erfahrungen gefunden ♥

(c)  Ryan McGuire

Aber mal ehrlich: Wem geht es genau so? Wer kennt das Gefühl in eine stereotype Ecke gestellt zu werden?

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3 Kommentare

  • Genialer Post!! Deine beschriebene Situation kenne ich nur zu gut. Viele Leute richten ihren Blick leider nur auf Äußerlichkeiten und stufen ihr Gegenüber nach dieser optischen Prüfung dann sofort in eine bestimmte Klasse ("Tussi", "Luxusweibchen", "Eitles Mäuschen") ein.
    Oftmals wird man aber eines besseren belehrt, wenn man Menschen besser kennen lernt.
    Denn dann entpuppt sich zwangsläufig jeder als facettenreiches Individuum. 🙂

    Viele liebe Grüße,
    Susa

    http://www.misssuzieloves.de

    PS: Ich kann leider kein Schach. ^^

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