[Mekong-Flusskreuzfahrt Vietnam & Kambodscha] Teil II: Kambodscha

Tag 5:
Von früh morgens bis nach dem Mittag waren wir auf dem Weg von Vietnam nach Kambodscha – und hatten daher doch mal über einen halben Tag zur “freien Verfügung” an Bord. Das wurde allgemein sehr chillig gemacht – auf den Liegen und bei einem kühlen Drink. (An jenem Tag holte ich mir auch – trotz 50er Sonnencreme – einen halbseitigen Sonnebrand – bravo! :D)
Just in einem Moment, in dem ich kurz das Deck verlies, bekam mein Partner die Nachricht von unserem Guide, dass unsere Koffer wieder da sind – ich kam also nichtsahnend nach zwei Minuten wieder zurück und freue mich erstmal total! Allerdings haben wir erst am Tag drauf die Möglichkeit zum Flughafen dort zu fahren, aber wenigstens sind sie nicht mehr verschollen, nachdem ich gerade noch mein letztes gekauftes Shirt trage! *puh*
Für den Grenzübergang sind unsere Reisepässe eingesammelt worden plus das Visum-Geld (a 35 Dollar), dafür mussten wir nicht einmal persönlich vorstellig werden! (Geht halt auch nicht überall… ;-))
Auf dem Mekong selbst konnte man auch nicht wirklich einen Grenzübergang ausmachen, nur ganz in der Ferne blinkten ein paar verschiedenfarbige Bojen im Wasser.

Als wir dann endlich das Visum hatten, schipperten wir die restlichen Meter bis nach Phnom Penh, wo wir nachmittags auch endlich ankamen.
Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas und mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern (und mindestens so vielen Rollern!) auch ziemlich voll!
Unser erster Tagespunkt begann dann also mit einer Cyclotour durch die Stadt (ganz schön aufregend nachmittagszur beginnenden Rush Hour). Unterwegs hielten wir immer wieder an ein paar Sehenswürdigkeiten und Rathan, unser Guide, erzählte uns jeweils etwas dazu. So erfuhren wir auch wie Phnom Penh eigentlich zu seinem Namen kam (einem Hügel – Phnom – dort und einer Frau, die Penh hieß ;-)) und probierten unterwegs noch Lotusblumensamen, die nach unreifen Nüssen schmecken. (Nicht jedermanns Geschmack, aber ich fand sie ganz in Ordnung ;-))

Danach waren wir noch bei einer einheimischen Familie eingeladen, die ein kleines “Hinterhofrestaurant” für uns aufbauten. Und natürlich durften auch ein paar “einheimische” Speisen nicht fehlen. So kamen neben Curry und Nudeln auch Ameisen, Frosch und Schlange auf den Tisch. Zumindest an den Frosch (aber nur ganz wenig, irgendwie hat es mir dann doch zu leid getan *snief*) und an die Ameisen habe ich mich getraut, die übrigens nicht wirklich nach etwas schmeckten, dafür aber etwas “kitzelig” im Nachgang waren *lach*
Das Essen wirklich bei einer einheimischen Familie daheim zu erleben, war definitiv ein Erlebnis – und zum Abschluss durften wir mit den Kindern noch zu 90er Songs tanzen (WMCA war natürlich auch mit dabei – sehr zu aller Erheiterung!).
Nach dem Abendessen machten wir noch einen Abstecher in die Stadt zum Night Market und ergatterten ein paar Kleidungsschnäppchen!

Tag 6:
Tag 6 stand ganz im Zeichen eines ernsteren Themas: Dem roten Khmer und den Killing Fields.
So besuchten wir zuerst die Killings Fields (bzw. eines der vielen davon) – insgesamt kamen auf den Fields über 200.000 Menschen ums Leben und die Geschichten erinnern teilweise sehr an das Nazi-Regime in Deutschland. Abgesehen von den Fields wurden nach Schätzung 1- 2 Millionen Menschen von dem Roten Khmer umgebracht – ziemlich heftig, vor allem wenn man auf den Feldern steht und unter sich noch Zahn- und Knochenreste sieht – die nicht extra abgegrenzt sind (was einfach nicht möglich ist, da sie teilweise alle paar Meter nach einem Regen an die Oberfläche kommen)! *puh*


Aber auch Massengräber gibt es und wir erfahren nebenher sehr viel über die Vorgänge damals, Kinder wurden oft vor den Augen der Mütter einfach an Bäume geschlagen, bis sie tot waren. Natürlich stehen auch diese Bäume noch und auch allerlei menschliche Reste, Knochen und Kleidungsstücke, erinnern an die Taten. Auf jeden Fall nichts für zarte Gemüter!

Direkt nach den Killing Fields ging es weiter in das Tuol Sleng Museum S21, das ein Sicherheitsgefängnis war. Wobei es eher auch mit den damaligen KZs vergleichbar ist – enge Räumchen, sehr unmenschlich und allerlei Folterwerkzeug. Selbst Blutspritzer und Handabdrücke kann man noch finden und es läuft einem dabei mehr als einmal kalt den Rücken herunter.
Vor Ort waren auch zwei Überlebende, die ihre Geschichten als Bücher verkauften und denen man natürlich auch Fragen stellen konnte. Das hat von uns nicht wirklich jemand gemacht – dafür waren wir alle viel zu erschlagen von all den Informationen und Ansichten.

Danach hatten wir dann einige freie Zeit (die brauchte man nach so einem Thema auch) – wir nutzen sie allerdings um nur kurz etwas zu essen und dann unseren Koffer am Flughafen abholen zu fahren (natürlich klassisch mit einem Tuk-Tuk). Da der Flughafen doch etwas weiter weg war, waren wir sicherlich über eine Stunde mit Hin- und Rückfahrt beschäftigt und kamen gerade so zum Abendprogramm auf dem Schiff wieder: Eine traditionelle Tanzgruppe mit Mädels und Jungs führte uns ein Stück vor. Natürlich in traditioneller Tracht (das Kostüm mit dem Fischschwanz war ja mein Favorit!) und unter anderem mit Kokosschalen als Untermalung zur Musik.

Den Abend haben wir dann noch in der Nähe in einem lokalen Restaurant verbracht und danach sind wir fast schon alle ins Bett gefallen – der Tag hatte es ganz schön in sich!

Tag 7:
Um sieben Uhr ging es nach dem Frühstück direkt los zu einem kleinen Dorf am Rande des Mekongs – einem Silber- und Kupferschmiededorf. Wir wurden vor Ort schon von Verkäuferinnen begrüßt (ehrlich gesagt, war mir das fast schon wieder zu tourimäßig – ich mag es einfach nicht bedrängt zu werden…), aber die Produktion des Silberschmucks mal wirklich live zu sehen war schon sehr intressant. Mein Freund gönnte sich ein paar Ohrringe mit Elefanten – die zwischenzeitlich natürlich mehr oder weniger in meinen Besitz übergegangen sind…. 😉
Danach durften wir das Dorf noch auf eigene Faust erkunden – am Ende der Straße fanden wir natürlich einen kleinen (und sehr süßen) Tempel, den wir inspizierten.


Danach ging es wieder aufs Schiff und weiter nach Kampong Tralach. Dieses Dorf ist noch relativ touristenfern (bis auf den Tempel dort) und daher relativ ruhig. Wahlweise mit einem Ochsenkarren oder Fahrrädern durften wir bis zum Tempel fahren – wir entschieden uns für die Ochsen, einfach um es mal miterlebt zu haben. Und es ist gar nicht ganz so wackelig wie ich dachte, sogar ganz angenehm.;-)
Im Tempel angekommen erhielten wir eine Segnung vom dortigen Mönch und auch Armbändchen, welche uns hoffentlich Glück und Gesundheit bringen werden. Natürlich haben wir unsere Bändchen immer noch am Arm – erst wenn sie Abfallen, wird das Glück kommen – und dazu muss man es dann in ein Gewässer oder einen Fluss werfen (ist klar, sonst kann das Glück nicht “herkommen”) – aber bis jetzt halten die Bändchen einfach zu gut 😉


Am Abend hatten wir dann wieder freie Zeit für uns auf dem Schiff.

Tag 8:
So langsam stieg in mir Panik auf – bald war der Urlaub schon wieder zu Ende *snief*
Nichtsdestotrotz blieben die Tagespläne gut ausgefüllt und so machten wir uns am Morgen wahlweise mit dem Fahrrad oder mit dem Bus (wir nahmen den Bus) auf zu einer einheimischen Ziegelfabrik. Die Fabriken sind natürlich nicht mit unseren vergleichbar – sie stehen leicht überdacht unter freiem Himmel und alles wird noch mehr oder weniger von Hand und mit einfachsten Mitteln hergestellt. Auch die Ziegel werden noch in kleinen selbst befeuerten Öfen selbst gebrannt.
Dort arbeiten übrigens zum Großteil Frauen – das Frauen arbeiten gehen ist ja eher selten, aber der Job in der Ziegelfabrik ist wohl zu schlecht bezahlt, als das Männer dort arbeiten wollen würden… Hm.


Von Ziegeln ging es dann weiter zu einer einheimischen Töpferin – die natürlich auch alles von Hand machte. Nichts mit Drehschemel! Es wurde sich von Fuß um das jeweilige Tonwerk gedreht! Und trotzdem sahen alle Machwerke sehr, sehr schön aus, sodass einige von uns fleißig einkauften – und auch, da das Geld der Familie direkt zu Gute kommt und so auch die Kinder zur Schule können. Da weiß man einfach direkt, wohin das Geld geht – und mit 1 – 3 Dollar pro Werk (echt sehr günstig, in jedem Markt bei uns viel teurer!) konnte man wirklich zuschlagen (solange es der Koffer zulässt).


Danach konnten wir zu Fuß zu einer nahegelegenden Palmzuckerplantage gehen, auf der wir allerlei mit Palmzucker (vom Palmzucker an sich bis hin zu Schnaps ;-)) probieren durften. Den fleißigen Palmenkletterer durften wir auch live in Action erleben – wohlgemerkt hatte er wohl schon am Morgen ein bisschen was Getrunken und war die ganze Zeit über einfach megamäßig gut gelaunt drauf – winkte und lachte fast ununterbrochen und steckte uns alle damit an 😀

Am Abend hieß es dann zurück aufs Schiff und: Abschiedsdinner! *snief* Den nächsten Tag würden wir nochmal in einem Hotel verbringen und so war es unser letztes Mal Dinner auf dem Schiff. Ganz schön traurig! Dafür machten wir danach auch auf dem Deck noch sehr lange Party (naja, “wir” waren zum Großteil die Barcrew und die Deutschen *lach*) – um kurz nach zwei (oder war es drei?) fiel ich dann todmüde ins Bett – und am nächsten Morgen mussten wir ja schon wieder früh ‘raus.

Tag 9:
Leider ließ es der Wasserpegel nicht zu, auf dem Mekong weiterzufahren bis nach Siem Reap und so mussten wir am Morgen von Bord gehen und mit dem Bus weiterfahren – was eine knapp fünfstündige Tour war. Unterwegs machten wir zum Glück zwei Mal halt, das erste Mal auf einem Markt auf dem es auch “Tarantulas” frittiert gab. Natürlich auch noch Lebende, die uns unser Guide hinhielt – auch ich war mal ganz mutig und lies das Tierchen auf meine Hand krabbeln. Ganz schön fellig!


In Siem Reap wurden wir dann am Royal Ankor Resort abgesetzt und bezogen erstmal unsere Zimmer. Das Hotel ist schön angelegt und hat auch einen schönen Pool mit Poolbar und einem tollen Restaurant. Die Happyhour kam uns natürlich auch noch zu Gute 😉


Zum Tagesabschluss sind wir dann auch nochmal zu dritt in die Stadt gefahren und haben uns auf dem Markt umgeschaut (natürlich nicht ohne noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen) und haben uns alle eine Massage gegönnt. Das war durchaus sehr gewöhnungsbedürftig: Wir zwei Frauen wurden in einen Raum geführt, in dem nur zwei Matratzen auf dem Boden lagen – etwas heruntergekommen, aber dafür war die Massage ganz gut (und beu 6 Dollar für eine ganze Stunde kann man echt nichts sagen!). Mein Liebster wurde in einen separaten Raum geführt – ich dachte natürlich erst an eine normale “Geschlechtertrennung” – aber wie sollte es anders sein, schwirrten auf einem zwei Frauen um ihn herum und auch das eindeutige Angebot blieb nicht aus… *puh* (Natürlich hat er abgelehnt! *lach*)
So entspannt liesen wir den Tag dann aber langsam ausklingen…

Tag 10:
Um vier Uhr morgens aufstehen – Horror für einen Langschläfer wie mich!
Aber nungut, was tut man nicht alles für einen Sonnenaufgang in Angkor Wat…wir stiegen also alle sehr früh in den Bus und stellten uns danach erstmal alle brav am Ticketschalter vor Ort an. Dort wird sogar ein Foto von einem gemacht, dass dann auf das Eintrittsticket kommt! Wahrscheinlich würde der Schwarzmarkt sonst erst recht blühen oder zu viel betrogen werden…
Das Ganze dauert natürlich ein paar Minuten, im Vergleich zu dem Ansturm dort ging es dann aber doch relativ schnell. Danach ging es dann zurück in den Bus und weiter zu den Ruinen. Als allererstes natürlich in Richtung See mit Sonnenaufgang – diese Perspektive gibt es auch auf ganz vielen Postkarten, wahrscheinlich kennen die meisten von euch dieses typische Motiv 😉


Und obwohl wir so extrem früh dran waren, war schon ganz schön was los! Die besten Plätze waren tatsächlich bereits weg, die Sonne kam leider auch nur halbherzig heraus – trotzdem konnten wir ein paar schöne Aufnahmen machen.
Danach ging es dann mit unserem heuten Guide (der übrigens das Tagesmotto “Angkor Whaaaaat?!” vertrat :D) geführt durch die Tempel und Ruinen. Die Anlage ist riesig und wir fuhren mehrmals mit dem Bus weiter von Anlage zu Anlage. Eigentlich bräuchte man tatsächlich mindestens zwei Tage um alle in Ruhe anzuschauen… und als ich hörte, dass einige Kilometer weiter (leider zu weit für den letzten Tag) eine Anlage mit pink-rosanen Steinen steht, beschloss ich auf jeden Fall eines Tages wiederzukommen!


An dieser Stelle lasse ich dann auch ein paar Bilder für sich sprechen – es ist wirklich gigantisch! (Und natürlich kamen wir auch am Tomb Raider Drehort vorbei, aber der war so überfüllt, dass man keine Chance auf ein ruhiges Foto hatte…)

Mittags wurden wir dann zurück zum Hotel gebracht und damit war die Reise im Grunde offiziell beendet *snief*
Wir (mein Partner und ich) checkten also direkt aus und ließen unsere Koffer noch im Hotel – nachdem unser Flug erst abends ging, hatten wir noch ein paar Stündchen Zeit. Also? Na klar! Tuk-Tuk und ab in die Stadt! Dort suchten wir das Hard Rock Cafe in Siem Reap für ein Mittagessen auf und schauten uns dann noch einen Tempel in der Nähe an. Dieser war wirklich sehr, sehr schön – hatte aber auch ein paar Bilder und Darstellungen aushängen, die im Vergleich zu anderen Tempeln ziemlich blutig waren. Schade, dass wir keinen Guide mehr dabei hatten, ich hätte zu gerne danach gefragt!


So ging der Tag dann auch zu Ende und letztendlich ging die Zeit natürlich viel zu schnell herum. Eigentlich hätten wir mindestens nochmal zwei Tage gebraucht um die nähere Umgebung zu erkunden (und zwei Wochen für den Großraum!). Auf jeden Fall war es eine tolle Gruppenreise, die wirklich sehr angenehm und informativ war und ich habe keine Sekunde bereut (außer manchmal ganz kurz beim frühen Aufstehen ;-)). Danke DuMont!

Fotos: www.catmason.de
Text: Daniela Achtert

[Mekong-Flusskreuzfahrt Vietnam & Kambodscha] Teil I: Vietnam

Dass ichso schnell mal in mein Traumland Asien komme hätte ich nicht erwartet – aber Dank DuMont und G Adventures ging es dann doch ganz fix! Erst im November habe ich davon erfahren und schon im Januar durfte ich – gemeinsam mit meinem Partner – auf die 10-tägige Flusskreuzfahrt gehen.

Der Flug war mit umsteigen und mit insgesamt 16 Stunden Reisezeit schon relativ happig, zum Glück kann ich im Flieger aber immer ganz gut dösen (im Gegensatz zum meinem armen Schatz). In Bankog haben wir gerade noch so unseren Anschlussflug bekommen – erst hatten wir eine Stunde Verspätung und dann wurde uns das falsche Gate durchgesagt: In Bankog ein Riesengau, weil alles Kreuzförmig angeordnet ist und wir den ganzen Weg zurücklaufen bzw. zurückrennen mussten *puh* Workout war für den restlichen Urlaub erledigt!
Als wir dann endlich in Ho Chi Minh landeten waren wir erstmal sehr, sehr glücklich – nicht nur weil wir es noch pünktlich geschafft haben, sondern auch weil es sonnig-warme 30° Grad hatte. Da störten auch das kleine Jetlang mit den sechs Stunden Zeitunterschied nicht mehr wirklich. Zumindest bis zur Gepäckausgabe: Uns wurde zwar schon gesagt, dass unser Koffer eventuell später (zwei Stunden mit dem nächsten Flug) kommen würde, weil es sehr knapp war in Bankong, aber: es kam gar nicht. Auch nicht beim übernächsten Flug und auch nicht am Morgen danach – und das nachdem wir mittags auf den Dampfer gehen würden!

Okay, Abendprogramm und das Morgenprogramm am Tag drauf notgedrungen ausfallen lassen und erstmal shoppen gehen – im Koffer waren all unsere beiden Sachen und so hatten wir nicht extrem viel mehr, als die Sachen die wir trugen (und glücklicherweise war die Kamera auch im Handgepäck!). Aber im Urlaub möchte man sich ja die Stimmung nicht vermiesen lassen und ihr freut euch alle auf den Bericht, deswegen geht’s an dieser Stelle auch endlich damit los!

Tag 1:
Neben der Koffersuche am Flughafen, konnten wir nachmittags auch endlich in unserem Hotel – dem Continental Hotel Saigon – einchecken. Es liegt sehr zentral in Saigon (wie der Name schon vermuten lässt) in Ho Chi Minh. Es hat einen schönen, typisch asiatischen Stil und obwohl die Zimmer relativ klein sein, fühlt man sich dort dank der tollen Deko sofort wohl! Im Innenhof fand gerade ein kleines Filmevent statt und so starrte mir vom Balkon aus direkt Spock aus Star Trek entgegen – Tag auf jeden Fall schon einmal etwas gerettet!

 

Wir zogen dann auch gleich wieder los (Hauptaufgabe des abends war, mir erstmal Ersatzkontaktlinsenflüssigkeit zu besorgen) und was einem generell an dieser Stadt als erstes auffällt: Autos und noch viel mehr Roller! Die Straße zu überqueren ist ein Abenteuer, an das man sich aber recht schnell gewöhnt. Am besten man läuft einfach drauflos – die Rollerfahrer umschiffen einen schon irgendwie 😉
Auch die Luft ist unter anderem gerade wegen dem vielen Verkehr sehr staubig – dagegen ist der momentane Feinstaubalarm in Stuttgart ein richtiger Witz! Auch der Konrast zwischen vielen hohen Gebäuden und dem Großstadtfeeling zu vielen kleinen Gässchen und Märktchen zwischendrin ist sehr bemerkenswert in Saigon. Beim herumschlendern entdeckten wir ebenfalls das kleine Restaurant “Heart of Darkness” in dem es neben (Craft)Bier auch einige leckere Pizzen gab. Auch das junge Personal dort war super freundlich und so hellte sich unsere Stimmung bei ein paar Gläschen Bier und gutem Essen doch langsam wieder zusehends auf und wir fielen kurz vor Mitternacht zufrieden ins Bett.

Tag 2:
Die erste Tageshälfte ist sehr unspektakulär – wir mussten den ersten geplanten Tagespunkt, die Besichtigung der Tunnel in Ho Chi Minh, ausfallen lassen, um shoppen zu gehen. Unser Koffer war weiterhin verschollen (spurlos) und so mussten wir tatsächlich in den verbleibenden paar Stunden alles nachkaufen gehen – von Drogerie über Unterwäsche bis hin zu Shirts und Schuhen. Tja.
Nichtsdestotrotz ging es dann mittags endlich auf unser kleines Riverboat – mit einer Reisegruppenstärke von etwa 28 Personen (plus einiges an Personal, sogar eine Masseurin!) ist alles sehr übersichtlich und doch recht familiär. Es gab direkt ein Begrüßungsgetränk und abends dann auch ein Begrüßungsdinner. Während wir den restlichen Tag gemütlich auf dem Mekong Richtung My Tho schipperten, unsere erste Destination für den nächsten Tag, tranken wir an der Bar auf dem Deck des Dampfers gemütlich Cocktails und freundeten uns mit den ersten Miturlaubern an.

Tag 3:
Die Tagesausflüge fangen immer relativ früh an, so ging es nach dem Frühstück direkt um 8.30 Uhr mit einem kleinen Boot, welches uns am Schiff einsammelte, nach My Tho, wo wir die Vinh Trang Pagoda besuchten. Nicht nur die Architektur ist beeindruckend sondern auch die schön eingerichtete Umgebung und natürlich die riesigen Buddha-Figuren die man hier findet. Bei dem Besuch von Tempeln, vor allem wenn noch Mönche anwesend sind und darin leben, sollte man immer darauf bedacht sein, die Knie und Schultern bedeckt zu halten. Beim Betreten des Tempels direkt sollte man ebenfalls seine Schuhe ausziehen. Natürlich ist das kein Muss, aber doch eine Respektsache.

 

Direkt danach ging es weiter zu “Unicorn Island” – unser Guide, eine süße Vietnamesin, stimmte uns dazu schon einmal mit ihrem “Honey Bee Song” ein. Denn auf dem kleinen Eiland auf dem Mekong wird neben Fischrei und Farmerei auch sehr viel Honig produziert. Diese durften wir auch gleich in Action erleben und wer sich traute durfte sogar einmal in die summende Wabe fassen und frischen Honig probieren 🙂
Von dort aus ging es dann noch zu einer Kokosnuss-Bonbon-Fabrik und Puffreisproduktion. Beides sehr faszinierend anzuschauen, da alles mit sehr einfachen Mitteln hergestellt wird und natürlich mühevoll von Hand – das Probieren war dann natürlich auch besonders lecker!
Zum Ausklang machten wir dann noch eine Fahrt auf Ruderbooten über einen kleinen Kanal auf Unicorn Island – es war so gut befüllt mit Booten dort, das sogar umkippen unmöglich war *puh*

Den Abend ließen wir dann wieder gemütlich an Deck unseres Schiffes ausklingen.

Tag 4:
Puh, schon um 6 Uhr ging es in Sadek los auf den lokalen Markt! Die frühe Uhrzeit war nötig damit wir uns wirklich in Ruhe umschauen konnten und eben auch den einheimischen Markttrubel einmal mitbekommen. Märkte in Vietnam (und auch Kambodscha) sind natürlich nicht ganz mit unseren vergleichbar – es wird einfach links und rechts der Straße entlang alles aufgebaut, was man zu verkaufen hat, meist direkt auf dem Boden. Eine extra Kühkung für Fleisch oder ähnliches gibt es natürlich nicht, was gerade für uns natürlich gewöhnungsbedürftig ist.
Der Markt war sicherlich gut einen Kilometer lang und von Obst und Gemüse bis hin zu Fleisch und Fisch fand man dort wirklich so gut wie alles!


Am Ende der Straße besuchten wir dann noch einen Tempel, sowie das alteste Haus in Sadek, welches auch Filmdrehort für den vietnamesischen Film “The Lover” war (muss ich mir unbedingt noch anschauen!).


Danach ging es dann zurück und gab auch endlich das herbeigesehnte Frühstück! Bis zum Nachmittag hatten wir dann auch freie Zeit und genossen diese natürlich wieder auf dem sonnigen Deck während wir auf dem Fluss weiterschipperten.
Nachmittags trafen wir dann in Chau Dok ein, wo wir neben einem Tempelbesuch (wer hätte es gedacht ;-)) auch mit Bussen auf einen Hügel fuhren und von dort aus den Sonnenuntergang bewundern konnten. Aber da lasse ich jetzt mal die Fotos für sich sprechen.

 

Danach ging es wieder aufs Schiff und weiter in Richtung kambodschanischer Grenze! Somit schließe ich meinen ersten Teil des Reiseberichts auch und lade euch herzlich ein demnächst auch Teil 2 (Kambodscha) zu lesen – den dieses Land hat uns wirklich noch mehr begeistert!

Copyright: Daniela Achtert
Fotos: www.catmason.de